Hochschule Kehl beruft in Kooperation mit Fraunhofer ISI Lydia Ringeissen
Die Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl hat in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI Lydia Ringeissen zum 1. März 2026 als Professorin auf Zeit berufen. Die Tandem-Professur ist im Bereich der Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Innovation und systemische Resilienz angesiedelt und verbindet Lehre und Forschung an der Hochschule Kehl mit anwendungsnaher Innovationsforschung am Fraunhofer ISI.
Im Rahmen der Tandem-Professur wird Lydia Ringeissen beim Fraunhofer ISI im Bereich der innovationsbezogenen Forschung, insbesondere zu anwendungsbezogenen Fragen systemischer Resilienz, tätig sein. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit entfällt auf die Hochschule Kehl, wo sie in der Lehre sowohl in den Wirtschaftswissenschaften, der Soziologie wie auch dem Personal- und Organisationsmanagement eingesetzt wird.
„Es ist für mich eine große Freude und zugleich eine besondere Ehre, diese Tandem-Professur übernehmen zu dürfen“, sagt Lydia Ringeissen. „Die enge Verzahnung von wissenschaftlicher Lehre an der Hochschule Kehl mit der exzellenten, anwendungsorientierten Forschung am Fraunhofer ISI eröffnet ideale Voraussetzungen, um Innovation und systemische Resilienz gemeinsam weiterzudenken und praxiswirksam zu gestalten. Ich freue mich sehr darauf, Brücken zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Innovationspraxis zu bauen.“
Das Modell der Tandem-Professur richtet sich an Personen, die die Berufungsvoraussetzungen nach § 47 Abs. 1 LHG mit Ausnahme der erforderlichen Promotion erfüllen. Die Professur ist zunächst auf vier Jahre befristet. Bei erfolgreichem Abschluss des Promotionsvorhabens innerhalb dieses Zeitraums sowie einer positiven Evaluation ist eine Entfristung und Übernahme auf eine vorhandene Professur vorgesehen. Geplant ist, dass Lydia Ringeissen dann ab 2030 das Lehr-Team im Bereich VWL ergänzen wird.
Die Berufung von Lydia Ringeissen stärkt zugleich die strategische Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Kehl und dem Fraunhofer ISI. Beide Institutionen arbeiten bereits erfolgreich in mehreren Forschungsprojekten zusammen, darunter Solution Lab Tunesien, InnoLok, IMMER sowie Rhenus et Resilire. Diese Kooperation wurde kürzlich durch die Gründung des „Research Cooperation Hub Fraunhofer ISI – University of Applied Sciences“ weiter vertieft. Ziel des Research Cooperation Hub ist es, Synergien zwischen den Aktivitäten des Fraunhofer ISI und des Forschungsinstituts der Hochschule Kehl (KIAF) zu bündeln und die angewandte Forschung auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene weiter auszubauen. Die enge Zusammenarbeit wird auch räumlich gelebt: Sowohl an der Hochschule Kehl als auch am Fraunhofer ISI in Karlsruhe stehen nun gegenseitig Arbeitsplätze für Forschende beider Einrichtungen zur Verfügung.
„Die Tandem-Professur ist ein wichtiger zusätzlicher Baustein, um die Zusammenarbeit des Fraunhofer ISI mit der Hochschule Kehl weiter zu vertiefen. Sie stärkt Umsetzungsorientierung, Anwendungsnähe und den Wissenstransfer unserer gemeinsamen Forschung zu zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Frau Ringeissen und besonders auf künftige Projekte in so relevanten und wichtigen Forschungsfeldern wie der systemischen Resilienz.“, unterstreicht Prof. Dr. Rainer Walz, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer ISI.
„Ich freue mich, dass wir mit Frau Ringeissen eine kompetente Kollegin gewinnen konnten, die aus ihrer bisherigen beruflichen Praxis viel Erfahrungswissen insbesondere im Bereich der kommunalen Krisenprävention, des Katastrophenschutzes sowie der Daseinsvorsorge mitbringt“, so Rektor Beck anlässlich der Übergabe der Ernennungsurkunde. „Wir danken dem Wissenschaftsministerium dafür, dass es uns, auch in Zeiten enger Haushalte, ermöglicht hat, das Modell der Tandem-Professur bundesweit erstmals an einer Hochschule für den öffentlichen Dienst umzusetzen. Damit können wir nicht nur in Lehre und Forschung zur kommunalen Innovation beitragen, sondern auch den Anteil weiblicher Professorinnen an unserer Hochschule erhöhen.“