„Lehre ist keine Einbahnstraße“
Zum Wintersemester 2026/2027 darf die Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl Prof. Dr. Birte Gundelach und Prof. Dr. Clemens Schweizer neu in ihrer Professorenschaft begrüßen.
Prof. Dr. Birte Gundelach lehrt künftig Politische Soziologie sowie Demokratie und Partizipation im Vertiefungsschwerpunkt Kommunalpolitik des Bachelorstudiengangs „Public Management“. Neben der Vermittlung von Wissen und fachlichen Kompetenzen ist es ihr sehr wichtig, auch die persönlichen Fähigkeiten der Studierenden zu fördern: „Analytisch und kreativ denken, kritisch hinterfragen, reflektieren und gut zusammenarbeiten – das sind wichtige Kompetenzen für Verwaltungsmitarbeitende. Sie helfen dabei, anfallende Aufgaben eigenständig zu bewältigen und aktiv mitzugestalten. Gleichzeitig sind sie eine wichtige Voraussetzung dafür, Verantwortung übernehmen zu können“, so Prof. Dr. Gundelach.
Ihr eigener Berufsweg führte sie nach dem Masterstudium der Politik- und Verwaltungswissenschaft an der Universität Konstanz an die Universität Bern, wo sie im Fachgebiet der politischen Soziologie zum Sozialen Vertrauen promovierte. Anschließend war Prof. Dr. Gundelach knapp sechs Jahre lang als Dozentin und wissenschaftliche Projektleiterin an der Universität Zürich und dem Zentrum für Demokratie Aarau tätig. Vor ihrem Wechsel an die Hochschule Kehl war sie seit 2019 als Leiterin des Fachbereichs Soziale Stadtentwicklung im Sozialdezernat der Stadt Freiburg an der Schnittstelle von Kommunalpolitik und Verwaltung tätig.
Die Lehre hat Prof. Dr. Gundelach dabei schon immer Freude bereitet und die Kehler Professur für Politische Soziologie und Kommunalpolitik verbindet für sie thematisch und inhaltlich ihre universitäre Forschungs- und Lehrerfahrung mit ihrer kommunalpolitischen Berufserfahrung. „Ich freue mich sehr auf den Kontakt und den Austausch mit den Studierenden und auf die Möglichkeit, die Lehre passgenau für die modernen Anforderungen in den öffentlichen Verwaltungen zu gestalten. Mit Blick auf meine thematischen Schwerpunkte in der Lehre ist es mir ein besonderes Anliegen, mit den Studierenden auch über den Schutz und die Förderung von Demokratie in der Verwaltung ins Gespräch zu kommen und für ihre künftige Rolle im demokratischen Prozess zu sensibilisieren.“
Prof. Dr. Clemens Schweizer absolvierte zunächst das Studium zum Diplom-Verwaltungswirt an der Hochschule Kehl und anschließend das Masterstudium „Europäisches Verwaltungsmanagement“. Danach war er mehrere Jahre in Forschungs- und Entwicklungsprojekten der Hochschule Kehl tätig und hat parallel dazu an der Université de Pau et des Pays de l’Adour (Frankreich) zu Fragen der Ausbildung für die öffentliche Verwaltung promoviert und Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen übernommen. In den letzten Jahren war Prof. Dr. Schweizer als wissenschaftlicher Berater insbesondere in den Bereichen Organisations- und Personalentwicklung sowie Aus- und Weiterbildung für die öffentliche Verwaltung tätig. „Ich beschäftige mich seit rund 15 Jahren beruflich und wissenschaftlich mit der öffentlichen Verwaltung und insbesondere mit der Frage, wie wir Menschen gut auf dieses Tätigkeitsfeld vorbereiten können. Eine professionelle und leistungsfähige Verwaltung ist für mich eine zentrale Voraussetzung dafür, dass unser demokratisches Zusammenleben funktioniert. In der Lehre möchte ich Studierende darin stärken, Verwaltung aktiv mitzugestalten. Mit meiner Forschung kann ich zugleich zur Weiterentwicklung der öffentlichen Verwaltung beitragen – das hat mich an der Professur besonders gereizt.“
Prof. Dr. Schweizers Lehrschwerpunkte liegen im Organisationsmanagement, Personalmanagement, Projektmanagement und in der Soziologie. Darüber hinaus leitet er das Einführungsmodul der „Filière Française“, ein zusätzliches deutsch-französisches Studienangebot im Bachelorstudiengang „Public Management“. „Die Hochschule Kehl ist für mich ein Ort, an dem gemeinsam gelernt, diskutiert, geforscht und Neues entwickelt wird. Es macht mir große Freude, junge Menschen in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung zu begleiten. Gleichzeitig ist jede Studierendengruppe anders und bringt neue Perspektiven mit. Lehre ist deshalb für mich keine Einbahnstraße, sondern immer auch Austausch und gemeinsames Lernen. Mir ist wichtig, dass die Studierenden ein Verständnis für das große Ganze entwickeln: Welche Rolle spielt Verwaltung in unserem demokratischen Gemeinwesen – und welche Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten haben sie selbst darin? Ich möchte ihnen vermitteln, dass die Arbeit in der öffentlichen Verwaltung sehr vielfältig ist und die Möglichkeit bietet, ganz konkret etwas für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu bewirken. Außerdem freue ich mich auf die enge Zusammenarbeit mit der Verwaltungspraxis. Gerade der intensive Austausch mit den Kommunen bietet vielfältige Möglichkeiten, bedarfs- und lösungsorientiert an der Zukunft der Verwaltung mitzuwirken.“