Globale Zusammenhänge verstehen, kritische Fragen stellen und sich für eine gerechtere Welt einsetzen – das möchte das ASA-Programm jungen Menschen ermöglichen. Bereits seit 65 Jahren bietet das Lern- und Qualifizierungsprogramm einen Raum für interkulturellen Austausch und entwicklungspolitisches Engagement. Das Programm wird von Engagement Global im Auftrag des BMZ durchgeführt und umfasst die Projektarbeit in internationalen Teams im Rahmen von drei- oder sechsmonatigen Projekten. Zusätzlich werden Seminare zu entwicklungspolitischen Themen angeboten, um den Teilnehmenden langfristig Handlungs- und Gestaltungskompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung zu vermitteln.
Seit 40 Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi. Auch die Hochschule Kehl und die Universität von Burundi stehen im Austausch und haben beim SDG-Hochschultag Baden-Württemberg 2024 einen Kooperationsvertrag unterschrieben, um ihre Zusammenarbeit zu intensivieren. Das ASA-Projekt „Leistungsfähige Verwaltung stärken: Ein Masterprogramm für lokales Regierungshandeln mitentwickeln“ ist Teil dieser Kooperation. Ziel ist es, einen Masterstudiengang für die Mitarbeitenden der Kommunalverwaltung in Burundi aufzubauen. Ein funktionsfähiges Verwaltungssystem ist essenziell für die Entwicklung des Landes. Im Zuge der Dezentralisierung der Verwaltung in Burundi besteht ein hoher Bedarf an qualifiziertem Verwaltungspersonal. Der Masterstudiengang soll dazu beitragen, die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln.
Das ASA-Projekt bildet den Auftakt der geplanten Zusammenarbeit, die in zwei Projektphasen umgesetzt wird. Seit April 2025 arbeiten Viateur Bayubahe und Delphine Nduwamahoro gemeinsam mit Patricia Mielke und Lorena Wolters am Kehler Institut für Angewandte Forschung (KIAF) an dem Projekt. Zu Beginn der Studiengangsentwicklung werden die Rahmenbedingungen der öffentlichen Verwaltung in Burundi sowie der Aufbau des Bildungssystems analysiert. Neben der aktiven Projektarbeit erhielt das Team viele spannende Einblicke, zum Beispiel durch die Teilnahme am BW-Burundi-Treffen „Friedens- und Versöhnungsarbeit mitten im Konflikt“ auf der FairHandeln Messe, den Besuch der LearnTec, die Teilnahme an einer Konferenz des Europarates zu digitaler Bildung sowie dem European Youth Event des Europaparlaments. Den Abschluss der Phase in Deutschland bildete ein internationaler Workshop im Rahmen des CEGLA-Projekts, ebenfalls am KIAF, zu dem auch eine Delegation aus Burundi anreiste, um das weitere Vorgehen der Kooperation zu planen.
Seit Juli 2025 setzen die Teilnehmenden das Projekt gemeinsam an der Universität von Burundi in Bujumbura fort. Dort wird eine Bedarfsanalyse der Kompetenzen für die Verwaltungstätigkeit vor Ort durchgeführt.