Hochschule Kehl mit Forschungsbeitrag vertreten
Am 25.03.2026 fand in Berlin das Vierte und damit gleichzeitig letzte Nationale Forum Agri-PV im Rahmen des Forschungsprojekts „SynAgri-PV: Synergetische Integration der Photovoltaik in die Landwirtschaft als Beitrag zu einer erfolgreichen Energiewende – Vernetzung und Begleitung des Markthochlaufs der Agri-PV in Deutschland“ statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von zwei Projektpartnern, dem Fraunhofer ISE (Freiburg) und dem ZALF (Müncheberg). Die Hochschule Kehl ist ebenfalls Teil des Konsortiums, das Projekt ist in der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Frey am Kehler Institut für Angewandte Forschung (KIAF) angesiedelt.
Im ersten Block hielt die wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt SynAgri-PV von der Hochschule Kehl, Paula Friedrich, einen Kurzvortrag zum Thema „Folgen der teilweisen Verfahrensfreiheit von Agri-PV-Anlagen für Behörden und Projektierer“, in dem sie von den Ergebnissen ihrer Arbeit im Forschungsprojekt SynAgri-PV berichtete. Dabei beleuchtete sie, unter welchen Umständen eine Agri-PV-Anlage in den verschiedenen Bundesländern kein Baugenehmigungsverfahren mehr durchlaufen muss. Hintergrund waren die Reformen insbesondere des letzten Jahres, durch die in einigen Bundesländern sehr weitgehende Ausnahmen vom Genehmigungserfordernis für bestimmte Arten von PV-Anlagen eingeführt wurden. Die Folgen für Genehmigungsbehörden, aber vor allem für Vorhabenträger*innen, sind sehr weitreichend und erzeugen vor allem ein nicht unerhebliches Maß an Rechtsunsicherheit sowie einen beträchtlichen Mehraufwand für Projektierer*innen. Für die Zielsetzung des Forschungsprojekts, den Markthochlauf von Agri-PV wissenschaftlich zu unterstützen, stellen solche Unsicherheiten bei der Anlagenerrichtung eine Herausforderung dar. Daher wurden auch mögliche Alternativlösungen sowie Handlungsempfehlungen für die Praxis erörtert.
Im Rahmen der sich an den Vortrag anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die teilweise Einführung der Verfahrensfreiheit für Agri-PV-Anlagen viele Fragen und Unklarheiten erzeugt und überwiegend skeptisch gesehen wird. Aber auch darüber hinaus hat die Tagung gezeigt, dass trotz vielfältiger Forschungsprojekte im Bereich Agri-PV immer noch viele Punkte weiterer Erforschung bedürfen. Zentral ist einerseits die Frage, unter welchen Umständen Agri-PV-Anlagen wirtschaftlich betrieben werden können, was von vielen Faktoren wie der Anlagenkonzeption, der verfügbaren Förderung sowie etwaigen positiven Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Kulturen abhängt. Außerdem hat sich gezeigt, dass es für die landwirtschaftliche Nutzung entscheidend ist, das Anlagendesign bereits bei der Planung an die im Betrieb vorhandenen Landmaschinen und damit an deren Arbeitsbreiten anzupassen, damit die Fläche nach Errichtung der Anlage effizient bewirtschaftet werden kann. Trotz vieler offener Fragen bleibt es bei der Vision einer sinnvollen Kombination verschiedener Nutzungen auf derselben Fläche, damit Stromerzeugung und landwirtschaftliche Produktion nicht in Konkurrenz zueinander treten.
Foto: Tanja Kollersberger (ZALF)