Hochschule Kehl startet neues INTERREG-Forschungsprojekt zur Tiefengeothermie am Oberrhein
Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Bemühungen zur Senkung der Treibhausgasemissionen steht seit einigen Jahren insbesondere die sogenannte Wärmewende im Fokus. Die Umstellung auf eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung birgt gerade im Vergleich zum Stromsektor besondere Herausforderungen. Einen entscheidenden Beitrag hierzu kann die Nah- und Fernwärme leisten. Für die dazu erforderliche, möglichst emissionsfreie Wärmeerzeugung bietet die Tiefengeothermie ein großes Potenzial. Aufgrund ihrer geologischen Voraussetzungen eignet sich insbesondere die Oberrheinregion hervorragend für diese Technologie.
Dem weiteren Ausbau der Tiefengeothermie stehen jedoch noch verschiedene Herausforderungen entgegen. Dazu zählen unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz, Vorbehalte und Befürchtungen in der Bevölkerung sowie ein teilweise lückenhafter Sensibilisierungs- und Informationsstand der Öffentlichkeit.
Mit diesen Herausforderungen befasst sich das Forschungsprojekt GeoTresOR, das im Juli 2026 vom INTERREG-Begleitausschuss bewilligt wurde und nun offiziell gestartet ist.
Die Hochschule Kehl ist Partner des interdisziplinären und grenzüberschreitenden Konsortiums und wird eine Maßnahme als federführender Projektpartner durchführen. Das Projekt ist im Kehler Institut für Angewandte Forschung (KIAF) in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Michael Frey angesiedelt.
Im Mittelpunkt der Arbeit stehen einerseits die Aufarbeitung der verwaltungsrechtlichen Rahmenbedingungen für die Genehmigung von Vorhaben der Tiefengeothermie in Deutschland, Frankreich und der Schweiz sowie das Haftungsregime bei grenzüberschreitenden Schadensereignissen in allen drei Ländern. In beiden Themenfeldern schließt sich an die Bestandsaufnahme die Erarbeitung von Möglichkeiten zur Optimierung der jeweiligen Regulierung an. Ziel ist dabei die Identifizierung von Hürden für den Ausbau der Tiefengeothermie am Oberrhein sowie von Vorschlägen zu deren Abbau.
Mit ihrer Beteiligung an GeoTresOR leistet die Hochschule Kehl einen Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger und grenzüberschreitend abgestimmter Lösungen für die Wärmewende und stärkt zugleich ihre Forschung im Bereich grenzüberschreitender Zusammenarbeit sowie Klima, Energie & Umwelt.
