Die Forschungsaktivitäten der Hochschule werden im 2015 gegründeten Kehler Institut für Angewandte Forschung (KIAF) gebündelt. Sie orientieren sich hierbei einerseits an den Kernfeldern der Lehre und den damit verbundenen Kompetenzen der Lehrenden, andererseits an den aktuellen Bedarfen der Praxis an anwendungsorientierter Forschung (§ 2 Abs. 1 Nr. 4 LHG). Durch die Besetzung des KIAFs mit zwei Leitern und einem Forschungsreferenten konnten attraktive Rahmenbedingungen für forschungswillige Professoren geschaffen werden die sich auch schon in einer deutlichen Erhöhung von Drittmittel- und Publikationszahlen widerspiegeln. Die Bedeutung der Forschung ist auch an der herausgehobenen Stellung der Forschung in den Kernsätzen 6 und 7 des neuen Profils abzulesen.

 

„Interdisziplinarität, Anwendungsorientierung, partnerschaftliche Herangehensweise und Einbeziehung der Studierenden als Alleinstellungsmerkmale“

 

Die Alleinstellungsmerkmale des KIAF liegen gegenüber anderen Forschungseinrichtungen zum einen in dem stark interdisziplinären Forschungsansatz und der strikt anwendungsbezogenen und damit praxistauglichen und umsetzbaren Ausrichtung der Forschung in Partnerschaft mit Gemeinden, Verwaltungsbehörden und der Wirtschaft (z.B. Energieversorger). Zum anderen werden an der Hochschule bei geeigneten Forschungsvorhaben auch Studierende mit in die Forschung einbezogen, die diese Erkenntnisse später, in ihren Praktika oder in ihrer Berufstätigkeit bei Gemeinden oder Genehmigungsbehörden, unmittelbar umsetzen können. Hiermit wird die Akzeptanz der Notwendigkeit von Veränderung in der Verwaltung an Schlüsselstellungen (z.B. Bürgermeister) gestärkt und langfristig verankert.

 

Komplementarität als Chance

 

Durch diese Ausrichtung ist die Forschungstätigkeit der Hochschule einerseits komplementär zur Forschungstätigkeit anderer, vielfach technisch und ingenieurwissenschaftlich ausgerichteten Hochschulen, andererseits auch zur eher grundlagenorientierten und fachbereichsspezifischen Forschung an Universitäten. Ziel ist daher noch stärker als jetzt schon, gemeinsam mit anderen Universitäten und Hochschulen auch in internationalen Forschungsverbünden zu forschen. Hier kann die Hochschule in der Vernetzung mit anderen Hochschulen, der Verwaltung und der Wirtschaft ihre Stärken zur Geltung bringen und in größeren Konsortien auch Drittmittelprojekte umsetzen, die ihr alleine nicht möglich wären. Hochschulintern schafft das KIAF ein attraktives Umfeld zur anwendungsorientierten Forschung für Professorinnen und Professoren. Forschungswillige Professorinnen und Professoren erhalten durch das KIAF Unterstützung bei der Projektbeantragung, Projektverwaltung und Projektabwicklung. Durch die Schärfung des Forschungsprofiles werden die fakultätsübergreifende Zusammenarbeit und auch das Forschungsselbstverständnis gestärkt. Auch in der Betonung der Bedeutung von Forschung für die Hochschule in den 10 Kernsätzen des neuen Leitbildes wird die gesteigerte Akzeptanz der Forschung nach innen und außen deutlich.