Borderwalk: (Un)sichtbare Elemente der Grenze entdecken – Europa erleben

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„Das Land der Vogesen und das Land des Schwarzwaldes sind wie die zwei Seiten eines aufgeschlagenen Buches – ich sah sie deutlich vor mir, wie der Rhein sie nicht trennte, sondern vereinte, indem er sie mit seinem festen Falz zusammenhielt. Die eine der beiden Seiten wies nach Osten, die andere nach Westen, auf jeder stand der Anfang eines verschiedenen und doch verwandten Liedes.“ (Schickele, René, Wir wollen nicht sterben!, München 1922, S. 230)

Auch wenn die politischen Grenzen, etwa innerhalb der Europäischen Union, dank der Europäischen Integration vielfach physisch materiell unsichtbar geworden sind, lassen sich zwischen den dort aneinanderstoßenden Grenzregionen unterschiedlicher Staaten zahlreiche Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen und aufzeigen. 

In diesem Kontext wurde im Verbund des grenzüberschreitenden Jean-Monnet-Centre of Excellence der Universität Straßburg, der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl und des Euroinsituts das Modell eines Borderwalks entwickelt, der im Rahmen einer überschaubaren Wegstrecke verschiedene wissenschaftliche Dimensionen einer heutzutage vielfach auf den ersten Blick unsichtbaren Grenze anhand von sichtbaren Grenzeffekten erlebbar macht und ihre wissenschaftlichen Hintergründe aufzeigt. Neuartig ist, dass das Modell zum einen zur Vermittlung interdisziplinärer Inhalte verwendet werden kann, und zum anderen zielgruppenspezifisch von Studierenden, über Fachpersonen aus Wissenschaft und Forschung bis hin zu Verwaltungsmitarbeitenden und mehrsprachig für internationale Gruppen anpassbar ist. Das Modell wird von den praxis- und hochschulbasierten Beteiligten als innovativ und abwechslungsreich wahrgenommen und eignet sich als ideale Ergänzung zur klassischen Lehre an Hochschulen.

Der Borderwalk ist ein vielseitig einsetzbares didaktisches Instrument in Form eines geführten oder ungeführten Spaziergangs entlang und über eine Grenze, mit dem sichtbare Auswirkungen von unsichtbaren Grenzen erlebbar gemacht und wissenschaftlich eingeordnet werden können. 

Mit dem Konzept können sowohl verschiedene Zielgruppen angesprochen werden, etwa studieninteressierte Schülerinnen und Schüler, Studierende, internationale Gaststudierende (Erasmus+-Incomings), aber auch Forschende, Praktikerinnen und Praktiker sowie Stakeholdergruppen als auch die Öffentlichkeit (Third Mission). Ebenso vielseitig lässt sich das Konzept thematisch an die Zielgruppen anpassen. Thematisch lässt sich das Konzept ebenfalls in eine Vielzahl wissenschaftlicher Kontexte einfügen, wie z. B. Geschichte, Architektur und Stadtplanung, Volkswirtschaftslehre, Europastudien oder Rechtswissenschaften. Damit eignet sich das Konzept für ein breites Anwendungsgebiet.

Vergangene Veranstaltungen

Bisher wurde das Konzept des Borderwalks zwischen Kehl und Straßburg anlässlich des deutsch-französischen Tages 2024 für deutsch- und französischsprachige Schulgruppen sowie die interessierte Öffentlichkeit durchgeführt.

Zudem wurde der Borderwalk im Rahmen von Veranstaltungen zur Berufsorientierung an Gymnasien genutzt, um den Standort der Hochschule Kehl als Studienort nahe der Grenze hervorzuheben und damit auch die Filière Francaise als optionalen französischen Studientrack vorzustellen.

Konzeption: Prof. Dr. Michael Frey, Mag. rer. publ. und Rahel Alia Müller, B.A.

Borderwalk: Discovering (in)visible elements of the border – experiencing Europe

Conception: Prof. Dr. Michael Frey, Mag. rer. publ. and Rahel Alia Müller, B.A.

The Borderwalk, which has been developed by the cross-border Jean Monnet Centre of Excellence of the University of Strasbourg, Kehl University of Applied Sciences and Euroinstitut, is a versatile didactic tool in the form of a guided or unguided walk along and across a border, which makes the visible effects of invisible borders tangible and can be classified scientifically.

The concept can be used to address a variety of target groups, such as school pupils interested in studying, students, international guest students (Erasmus+ incomings), but also researchers, practitioners and stakeholder groups, as well as the general public (third mission). The concept can be adapted to the target groups in terms of theme. Thematically, the concept can also be integrated into a variety of academic contexts, such as history, architecture and urban planning, economics, European studies or law. This makes the concept suitable for a wide range of applications.

To date, the concept of the Borderwalk between Kehl and Strasbourg has been implemented on the occasion of the German-French Day 2024 for German- and French-speaking school groups and the interested public.

In addition, the Borderwalk was used as part of career orientation events at secondary schools to highlight the location of Kehl University of Applied Sciences as a place to study close to the border and to present the Filière Française as an optional French study track.

Borderwalk : Découvrir les éléments (in)visibles de la frontière – Découvrir l’Europe

Conception : Prof. Dr. Michael Frey, Mag. rer. publ. and Rahel Alia Müller, B.A.

Le Borderwalk, initialement développé par le Centre d’Excellence Jean Monnet transfronalier de l’Université de Strasbourg, de l’Université de Kehl et de l’Euroinstitut, est un outil didactique polyvalent qui prend la forme d’une promenade guidée ou libre le long et à travers une frontière, permettant de rendre tangibles les effets visibles des frontières invisibles et de les classer scientifiquement.

Ce concept permet de s’adresser à différents groupes cibles, tels que les élèves intéressés par des études, les étudiants, les étudiants internationaux (Erasmus+), mais aussi les chercheurs, les praticiens, les groupes de parties prenantes et le grand public (troisième mission des universités). Le concept peut également être adapté de manière tout aussi polyvalente aux thèmes abordés par les groupes cibles. Sur le plan thématique, le concept s’intègre également dans une multitude de contextes scientifiques, tels que l’histoire, l’architecture et l’urbanisme, l’économie, les études européennes ou le droit. Il convient donc à un large champ d’application.

Jusqu’à présent, le concept du Borderwalk entre Kehl et Strasbourg a été mis en œuvre à l’occasion de la Journée franco-allemande 2024 pour les groupes scolaires germanophones et francophones ainsi que pour le grand public intéressé.

En outre, le Borderwalk a été utilisée dans le cadre d’événements d’orientation professionnelle dans les lycées afin de souligner la situation géographique de l’université de Kehl, proche de la frontière, et de présenter ainsi la filière française comme option facultative pendant les études.

Kontakt

Kehler Institut für Angewandte Forschung (KIAF)

+49 7851 894-155
kiaf(at)hs-kehl.de
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