Kulturwandel in der öffentlichen Verwaltung

KIC@bw-Netzwerk veröffentlicht Manifest für mehr Offenheit und Innovationsfähigkeit

Die gegenwärtige Zeit ist unsicher, komplex und mehrdeutig. Wie soll die Verwaltung damit umgehen? Wie kann Sie zukunftsfähig bleiben und den immer wechselnden Anforderungen der Gesellschaft gerecht werden? Wie kann sie einerseits Mut zu Neuem wagen, andererseits mit bürokratischen Strukturen die Transparenz und Rechtssicherheit des staatlichen Tuns garantieren? 

Mit diesen und mehr Fragen hat sich im letzten Jahr das KIC@bw-Netzwerk, bestehend aus der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl, Kommunen, Politik und Partnern aus der Digital- und Kommunalwirtschaft beschäftigt. Das Netzwerk hat seine Antworten in einem Manifest festgehalten, das einen Blick auf die Zukunft und die Gegenwart der öffentlichen Verwaltung wirft sowie auf den Weg dazwischen. Zielgruppen des Manifests sind Kommunen, Politik und Ausbildungsstätten.

„Die herkömmlichen Verwaltungskulturen und –strukturen sind für die zukunftsfähige Verwaltung alles andere als förderlich, denn die klassische Organisation ist auf Berechenbarkeit und Stabilität programmiert, nicht auf Innovation und Veränderung. Das Manifest zeigt anhand typischer Charaktere und konkreten Handlungsempfehlungen, wie der Transformationsprozess hin zu einer zukunftsfähigen Verwaltung mit mehr Offenheit und Innovativität aussehen kann“, sagt Prof. Dr. Jürgen Kegelmann von der Hochschule Kehl, der das KIC@bw-Netzwerk „Innovationskultur(en) in der öffentlichen Verwaltung“ moderiert.

Kulturwandel braucht echten politischen Willen – und Kooperation

Auch die Politik muss hierzu ihren Beitrag leisten: „Digitalisierung und Innovation sind schöne PR- und Wahlkampfthemen. Damit allein ist es jedoch nicht getan. Die Politik muss zeigen, dass sie es mit dem Wandel der öffentlichen Verwaltung ernst meint, indem sie die entsprechenden (gesetzlichen) Rahmenbedingungen schafft und den Wandel vorlebt“, meint Veronika Prochazka vom Fraunhofer IAO. „Darüber hinaus muss auch die Aus- und Weiterbildung für die öffentliche Verwaltung an die digitalen Erfordernisse angepasst werden. Das geht nur, wenn alle – Politik und Ausbildungsstätten – an einem Strang ziehen und sich auch untereinander gut abstimmen“, ergänzt Prof. Dr. Jürgen Kegelmann. Die Hochschule Kehl reagiere hierauf bereits aktiv, denn sie führt zum kommenden Wintersemester einen neuen Bachelorstudiengang „Digitales Verwaltungsmanagement ein. Dieser Studiengang sehe vor, Verwaltungsmitarbeitende im Bereich Digitalisierung und Verwaltung auszubilden und sie zu „Digitalisierungsmanagern“ auszubilden, die dazu in der Lage sind, die Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung sowohl strategisch als auch operativ zu steuern und ihre Chancen zu nutzen. 

Netzwerk

Das Netzwerk ist ein Format des Kommunalen InnovationsCenter (KIC@bw), einem Teilprojekt der Digitalakademie@bw, die die digitale Transformation der Verwaltungen in Baden-Württemberg unterstützt. Weitere Informationen zum Verbundprojekt, zum Fördergeber und zu den Partnern finden Sie online unter www.digitalakademie-bw.de

Manifest

Das Manifest richtet sich an die Zielgruppen der Handlungstragenden in der öffentlichen Verwaltung selbst, in der Politik, in der Aus- und Weiterbildung sowie in der Forschung und Lehre.

Link zum Manifest: „Die öffentliche Verwaltung und ihre Kultur“: http://publica.fraunhofer.de/dokumente/N-578108.html

 

News

09.04.2020

KIC@bw-Netzwerk veröffentlicht Manifest für mehr Offenheit und Innovationsfähigkeit

06.04.2020

Tierheim und Selbsthilfegruppe Mukoviszidose erhalten Spende

26.03.2020

Drei neue Professoren an der Hochschule Kehl