Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

3. Jean-Monnet-Seminar

Kehl. Am Freitag, 20.09.2019 hat das grenzüberschreitende Spitzenforschungszentrum „Jean-Monnet“ zu seinem dritten Seminar an die Hochschule Kehl eingeladen.

Der Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Joachim Beck, begrüßte mit den Worten: „Wir wollen heute den Inhalt und die Bedeutung des Aachener Vertrages herausarbeiten und klären, inwieweit wir als grenzüberschreitende Akteure damit in eine neue Qualitätsdimension innerhalb unserer Arbeit aufsteigen können.“ Darüber hinaus sei es das Ziel des Seminars, einen fruchtbaren Dialog zwischen Theorie und Praxis herzustellen.

Nachdem Prof. Dr. Sylvain Schirmann von der Universität Straßburg die deutsch-französischen Beziehungen in historischer Perspektive erläutert hat, sprach Prof. Dr. Birte Wassenberg, ebenfalls von der Universität Straßburg, über den Elysée-Vertrag und dessen Bedeutung bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.
Ebenfalls beschäftigten sich die Teilnehmenden des Seminars mit den rechtlichen Rahmenbedingungen des Aachener Vertrages und diskutierten dessen institutionelle Innovationspotenziale. So analysierten in einer deutsch-französischen Tandem-Perspektive Prof. Dr. Michael Frey von der Hochschule Kehl und Prof. Dr. Fréderique Berrrod von der Universität Straßburg den rechtlichen Handlungsrahmen und arbeiteten kritisch heraus, welche Fortschritte der Vertrag von Aachen tatsächlich im Vergleich zum Status Quo bietet.

Isabel Parthon von Infobest Kehl/Strasbourg berichtete aus der Praxis der grenzüberschreitenden Bürgeranfragen am Oberrhein. In der anschließenden Diskussion wurden Chancen aber auch Risiken der rechtlichen Flexibilisierung im grenzüberschreitenden Kontext erörtert.

Dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit als spezifische, dezentrale Ebene der europäischen Integration immer auch leistungsfähige Institutionen und Governance-Arrangements benötigt, und welches der spezifische Beitrag des Aachener Vertrags in diesem Zusammenhang sein könnte, erörterten in ihren Vorträgen anschließend Prof. Dr. habil. Annegret Eppler von der Hochschule Kehl und Prof. Dr. Fabienne Leloup von der Université de Louvain / Belgien.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion, unter Leitung von Anne Thevenet (Euro-Institut), an der Praktiker_innen und Professor_innen aus unterschiedlichen europäischen Grenzräumen beteiligt waren, wurden Herausforderungen und Perspektiven der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit thematisiert. Dass dabei im Augenblick den Mitgliedstaaten eine große Rolle zukommt und in manchen Politikfeldern heute de facto schwierigere Rahmenbedingungen als noch vor 20 Jahren herrschen, wurde von vielen der anwesenden Praktiker_innen hervorgehoben. Dass aber genau deshalb die grenzüberschreitende Zusammenarbeit gerade am Oberrhein wichtiger denn je ist – auch darüber bestand große Einigkeit.

 

 

Grenzüberschreitendes Jean-Monnet-Spitzenforschungszentrum

Das grenzüberschreitende Spitzenforschungszentrum ist im Bereich der angewandten Europa-Wissenschaften angesiedelt und ist in seiner bi-nationalen Ausrichtung einzigartig in Europa. Die Universität Straßburg ist Projektträgerin des Zentrums; an ihr ist auch eine entsprechende Geschäftsstelle eingerichtet worden. Direktor dieser neuen Einrichtung ist der ehemalige Leiter des IEP, Prof. Dr. Sylvain Schirmann; Prof. Dr. Joachim Beck von der Hochschule Kehl bildet zusammen mit seiner französischen Kollegin Prof. Dr. Birte Wassenberg vom IEP die deutsch-französische Ko-Direktion.

Jean-Monnet-Spitzenforschungszentren fungieren als Forschungs- und Wissenszentren im Zusammenhang mit EU-Themen. Sie bringen hochrangige Fachleute zusammen, um Synergien zwischen den verschiedenen Disziplinen und Ressourcen im Bereich EU-Studien zu entwickeln und Verbindungen mit Hochschuleinrichtungen in anderen Ländern aufzubauen. Diese Zentren spielen eine wichtige Rolle, um Studierende aus normalerweise nicht mit EU-Themen befassten Fakultäten sowie politische Entscheidungsträger_innen, verbeamtete Personen, Organisationen der Zivilgesellschaft und die breite Öffentlichkeit zu erreichen.

Neben Prof. Dr. Joachim Beck engagieren sich seitens der Hochschule Kehl im Jean-Monnet-Zentrum die Professoren Annegret Eppler, Hansjörg Drewello sowie Gert Fieguth, um möglichst große Synergien mit den bestehenden Bachelor-, Master-, Forschungs- und Weiterbildungsangeboten und Projekten der Hochschule Kehl zu ermöglichen. Dadurch soll das Zentrum nicht zuletzt auch den Zielgruppen der Hochschule Kehl in ganz Baden-Württemberg einen Mehrwert und neue europabezogene Qualifizierungsangebote bieten.

 

Foto 1 (Hochschule Kehl):

Diskussionsrunde
Moderation: Anne Thevenet, Euro-Institut

 

 

Foto 2 (Hochschule Kehl):

Rektor Prof. Dr. Joachim Beck begrüßt die Teilnehmenden.

 

 

 

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