Professoren aus Äthiopien, dem Senegal und Südafrika in Kehl

Workshop zum geplanten Master-Studiengang

Kehl. Vom 23. April bis 27. April 2019 fand an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl ein Workshop zur Vorbereitung des neuen Masterstudiengangs „Entwicklungszusammenarbeit“ statt. Neben einem guten Duzend Kehler Professorinnen und Professoren sowie Lehrbeauftragten haben sich zehn Professoren aus Äthiopien, Südafrika und dem Senegal fünf Tage lang intensiv mit der Planung eines neuen Studiengangs „Entwicklungszusammenarbeit“ befasst. Die Hochschule Kehl will diesen Studiengang ab Wintersemester 2020/2021 für Studierende aus Deutschland und Europa sowie aus verschiedenen afrikanischen Staaten anbieten.

 

Professoren aus verschiedenen afrikanischen Staaten in Kehl

Die gemischte Professorengruppe traf sich in dieser Zusammensetzung zum ersten Mal. Besonders spannend war, dass dabei nicht nur europäische und afrikanische Traditionen aufeinandertrafen, sondern auch verschiedene afrikanische Kulturen: Die vier westafrikanischen Kollegen aus Dakar, Senegal, brachten völlig andere Erfahrungswerte ein als etwa die vier Kollegen aus Addis Abeba in Ostafrika und die beiden Südafrikaner aus Pretoria und Kapstadt. Das betraf nicht allein die Sprache – Westafrika gehört zur Frankophonie, während in Äthiopien und Südafrika Englisch geläufig ist –, sondern auch die teilweise noch aus Kolonialzeiten geprägten Verwaltungskulturen und Fragen von Forschung und akademischer Lehre. Die Hochschule Kehl, insbesondere die „Arbeitsgruppe Masterstudiengang Entwicklungszusammenarbeit“ unter der Verantwortung von Frau Prof. Dr. habil. Annegret Eppler, kann es als Erfolg verbuchen, dass während der knappen Woche in Kehl gute kollegiale Beziehungen zwischen allen Kollegen entstanden sind.

 

Masterstudiengang, der lehrt, über Verwaltungsgrenzen zu kooperieren

Im Zentrum des geplanten Studiengangs steht die Befähigung der zukünftigen Studierenden, über verschiedene verwaltungskulturelle Hintergründe hinweg zusammen zu arbeiten. Gerade diese Fähigkeit ist in intra-afrikanischen und europäisch-afrikanischen Kooperationsprojekten dringend gefragt und kann der afrikanischen Integration und Entwicklung dienen. „Zielgruppe des Studiengangs sind Nachwuchskräfte aus der Praxis, etwa Mitarbeitende aus Entwicklungsorganisationen oder der Verwaltung mit Bezug zur internationalen Kooperation. Daneben steht er Hochschulabsolvierenden aus den einschlägigen Fachbereichen offen, etwa Verwaltungs-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“, sagt Prof. Dr. habil. Eppler. Heterogene Studierendengruppen mit Mitgliedern aus Deutschland, Europa und verschiedenen afrikanischen Staaten werden praxisbezogen in einer Mischung aus e-learning und Präsenzphasen über zwei Jahre zusammenarbeiten. Dabei werden die Studierenden von Co-Teaching Teams, die sich jeweils aus Kehler und afrikanischen Lehrenden zusammensetzen, unterrichtet, und trifft sich an verschiedenen afrikanischen Orten für die Präsenzphasen.

 

Fünf intensive Arbeitstage in Groß- und Kleingruppen

Während des Workshops in Kehl haben die Kolleginnen und Kollegen aus Kehl, Dakar, Addis Abeba, Pretoria und Kapstadt zunächst in Form eines „World Cafes“ in flexibler Zusammensetzung die Schwierigkeiten der Zusammenarbeit von Verwaltungen diskutiert und damit den Bedarf, den der Masterstudiengang exakt abdecken soll, definiert. Danach wurde in der Gesamtgruppe und in drei Arbeitsgruppen der Vorschlag der Hochschule Kehl für einen blended-learning Studiengang, Co-Teaching und die Treffen an verschiedenen afrikanischen Universitäten weiterentwickelt. Die zwölf Kehler Professorinnen und Professoren, die bereits zu einzelnen Modulen des Studiengangs inhaltlich gearbeitet und Lehr- und Lernmaterialien erarbeitet haben, stellten ihre Arbeit den Kollegen aus Afrika vor und bekamen dabei wichtige Anregungen aus unterschiedlichen afrikanischen Perspektiven sowie Co-Teacher aus den Partner-Hochschulen. Die Hochschulleitung war bei dem Workshop vertreten und hat in allen organisatorischen und finanziellen Fragen Beistand geleistet. Als Ergebnis des Workshops wurden Kleingruppen von Kehler Professorinnen und Professoren und Kollegen aus den verschiedenen afrikanischen Staaten gebildet, die in den kommenden Wochen zu verschiedenen inhaltlichen und organisatorischen Themen weiter an dem Masterstudiengang arbeiten und sich, teilweise in Afrika, wieder treffen werden.

 

Erfolgreich kollegiale Kontakte geknüpft

„Wir haben in fünf Tagen nicht nur inhaltlich und organisatorisch gearbeitet, sondern auch eine Gruppe interessanter Kolleginnen und Kollegen aus Kehl und verschiedenen afrikanischen Staaten gebildet, die hoffentlich auch in der Zukunft zusammen an dem Masterstudiengang arbeitet. Gerade durch das Zusammentreffen mit Kolleginnen und Kollegen, die ganz andere Hintergründe und damit eine ganz andere Sicht mitbringt, kann man selbst sehr viel lernen – das ist inhaltlich, im Hinblick auf die Lehre, aber auch persönlich bereichernd“, so Prof. Dr. habil. Eppler. Ergänzt wurde das straffe Arbeitsprogramm durch eine Stadtführung durch Kehl sowie Besuche beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und Europäischen Parlament in Straßburg sowie beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

 

Ministerien unterstützen die Entwicklung des Studiengangs

Die Hochschule Kehl ist die erste Hochschule in Deutschland, die den Erwerb dieser Expertise gezielt anbieten wird dabei durch das Staatsministerium Baden-Württemberg (StaMi), das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt.

 

Die Delegation besuchte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe sowie den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg.

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