Zielsetzung

Unter- und Fehlentwicklung stellen nach wie vor die größten Probleme dar, vor denen die Weltgemeinschaft steht. In den letzten Jahren ist die Stärkung der Strukturen der öffentlichen Verwaltung und ihrer Mitarbeiter einer der wichtigsten Bereiche in der Entwicklungszusammenarbeit geworden. Maßnahmen des capacity building bei kommunalen und staatlichen Mandatsträgern und den Verwaltungsmitarbeiten sind bedeutende Hebel zur Verbesserung der Situation bei den Verwaltungsstrukturen und der Erbringung öffentlicher Dienstleistungen geworden. Dadurch ist es möglich, die Grundsätze der guten Regierungs- und Verwaltungsführung zu verankern. Ineffiziente Strukturen, Korruption, Amtsmissbrauch und Vergeudung öffentlicher Mittel, die starke Entwicklungshemmnisse darstellen, lassen sich so am wirksamsten bekämpfen.

Forschungsschwerpunkte und -projekte

In dem Forschungsbereich „Öffentliche Verwaltung und Entwicklungszusammenarbeit“ werden die Transformationsprozesse für den Umbau von Staat und Gesellschaft in Entwicklungsländern, die Dezentralisierung durch Übertragung von Verantwortung auf kommunale Körperschaften, die Herausforderungen bei der Herstellung rechtstaatlicher Verwaltungsstrukturen, die Anforderungen an die Armutsbekämpfung durch Erbringung öffentlicher Basisdienstleistungen und Wirtschaftsförderung, und damit zusammenhängende Themenfelder untersucht. Der derzeitige Forschungsschwerpunkt liegt auf der Untersuchung von Grundlagen und Methoden für das Capacity Building bei lokalen Akteuren im Rahmen der Dezentralisierung in Entwicklungsländern. Capacity Building stellt einen wichtigen Hebel zur Verbesserung der Situation bei den Verwaltungsorganisationen, bei der Herausbildung von Good Governance Strukturen und bei der Erbringung öffentlicher Dienstleistungen dar.

Weitere aktuelle Forschungsschwerpunkte sind:

  • Sozio-ökonomische und politische Aspekte von Entwicklung
  • Globale Herausforderungen und supranationale und nationale sowie lokale Steuerungsprozesse
  • Capacity building und change management
  • Interkulturalität in der EZ
  • Public Policies und Konzepte nachhaltiger Entwicklung
  • Management öffentlicher Organisationen im Kontext der EZ
  • Grundlagen einer entwicklungsorientierten Fiskalpolitik
  • Optimierung der Instrumente in verwaltungsbezogenen Kooperationsprojekten der grenzüberschreitenden Nord-Süd und Ost West Zusammenarbeit

 

Die öffentliche Verwaltung, für die sowohl die HS Kehl als auch ihre verschiedenen Partnerinstitute in Entwicklungsländern ausbilden, nimmt in einem entwickelten Land wie Deutschland, aber mehr noch in den Entwicklungsländern, eine Schlüsselfunktion ein. Gutes „Regieren und Verwalten“ (Good Governance) und eine demokratisch legitimierte rechtsstaatliche Verwaltung gehören zu den unabdingbaren Elementen für erfolgreiche Entwicklungsstrategien. Auch wenn sich im letzten Jahrzehnt schon einiges auf diesem Sektor geändert hat, ist es eine bekannte Tatsache, dass in Entwicklungsländern (wie z.B. Mali, Tunesien und Sambia) Verbesserungen in der lokalen öffentlichen Verwaltung immer noch dringend notwendig sind. Im Mittelpunkt der Forschungsprojekte steht deshalb die Frage, wie die Aus- und Fortbildung für die Kommunalverwaltung im Rahmen der Dezentralisierung in den verschiedenen Entwicklungsländern geplant, organisiert und durchgeführt werden sollte, um zu gewährleisten, dass die Gebietskörperschaften dauerhaft über ausreichend qualifiziertes Personal zur Erfüllung ihrer Aufgaben verfügen.

Derzeit werden durch das Kompetenzzentrum folgende drei drittmittelfinanzierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchgeführt:

1. Capacity Building für die Kommunalverwaltung in Westafrika – Weiterentwicklung des malischen Ausbildungszentrums für die Kommunalverwaltung „Centre de Formation des Collectivités Territoriales (CFCT)“ und der Ausbildungsschule für die staatliche Verwaltung „Ecole Nationale d’Administration (ENA)“ in Mali mit Vergleichen zu anderen westafrikanischen Ausbildungsinstitutionen (Niger, Burkina-Faso) (Projektzeitraum: 02.2012-05.2016)

2. Stärkung der Kommunalentwicklung in Sambia – Untersuchung der Grundlagen für eine Verbesserung der Ausbildung am „Chalimbana Local Government Training Institute (CLGTI)” (Projektzeitraum: 04-2015 - 03.2017)

 

3. Dezentralisierung und Human Capacity Development für die kommunale Selbstverwaltung in Tunesien – Untersuchung und Konzeptentwicklung für das tunesische Ausbildungsinstitut „Centre de Formation et d’Appui à la Décentralisation“ (Projektzeitraum 04-2015 - 02.2016)

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Ansprechpartner

Prof. Dr. Ewald Eisenberg

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